Das perfekte Zweithaar – Echthaarperücke versus Kunsthaarperücke?

von Emma / Donnerstag, 30 August 2018 / Veröffentlicht in Haare

Die Perücke – eine Behauptung, die niemand gern zugibt?

Ganz egal, ob du deinen Typ verändern oder einen Haarverlust ausgleichen willst – eine Perücke eignet sich hervorragend für beides. Das Wichtigste ist, dass du dich wohl fühlst. Und damit das so ist, sollte Dein Zweithaar im besten Fall nicht als solche erkennbar sein. Außerdem möchtest du sicher nicht jeden Tag mit der gleichen Frisur aus dem Haus gehen. Aber ist das eigentlich möglich? Kann man eine Perücke beliebig stylen? Sei ganz beruhigt! Denn das können wir mit einem klaren “Ja” beantworten!

Worin unterscheidet sich das Styling von Echthaarperücken und synthetischen Artverwandten?

Wie der Name schon vermuten lässt, bestehen Echthaarperücken aus echten Haaren. Diese kommen meistens aus Indien zu uns und werden dann in einem aufwendigen Prozess von Hand auf hochwertige Monturen geknüpft. Das erklärt dann auch den Preis, der deutlich über dem von Kunsthaarperücken liegt. Der große Vorteil von Echthaarperücken ist das unvergleichlich natürliche Aussehen. Wenn du dich für ein qualitativ hochwertiges Modell entscheidest, wird deinen Mitmenschen wahrscheinlich nichts auffallen. Und nicht nur der Look ist bei einer Echthaarperücke ein entscheidendes Kriterium – auch in Sachen Styling wirst du mit diesem Zweithaar deutlich flexibler sein. Im Grunde kannst du sie nämlich frisieren wie eigenes Haar. Nur mit etwas mehr Vorsicht. Das heißt, Lockenstab, Fön und Co. dürfen ruhig zum Einsatz kommen, aber bitte “piano”. Das heißt, die Hitze muss mit Bedacht gewählt werden. Selbst ein neuer Schnitt ist kein Problem. Denk` aber bitte daran, dass die Haare nicht nachwachsen… Echthaarperücken vertragen sogar eine Coloration ganz gut. Damit die Struktur aber nicht dauerhaft geschädigt wird, ist ein Besuch beim Friseur deines Vertrauens dafür durchaus ratsam. Ansonsten kannst du eine Echthaarperücke frisieren, wie es dir gefällt. Je nach Länge lassen sich Locken formen, Hochsteckfrisuren zaubern oder ein angesagter “Sleek Look” kreieren.

Etwas anders verhält sich die Sache bei einer synthetischen Perücke. Diese werden aus reinen Kunstfasern hergestellt und unterscheiden sich teilweise sehr stark in ihrer Qualität. Häufig werden die Haare maschinell auf wenig hochwertige Monturen genäht, was man später leider auch auf dem Kopf sieht. Wenn dein Budget jedoch nur eine Kunsthaarperücke zulässt, solltest du dich im Vorfeld im Fachhandel beraten lassen. Einige Hersteller bieten Modelle an, die zwar etwas hochpreisiger sind, dafür aber von Hand geknüpft werden. Das erleichtert dir das spätere Styling und lässt die Frisur deutlich natürlicher wirken. Ein großer Unterschied zur Perücke aus echten Haaren: Synthetische Fasern vertragen Hitze nicht wirklich gut. Soll heißen: Auf Fön, Lockenstab und Co. solltest du lieber verzichten. Solche Perücken trocknen am besten an der Luft. So finden sie auch am besten wieder zur ursprünglichen Form zurück. Das ist übrigens Vor- und Nachteil zugleich bei dieser Art von Haarersatz: Sie behalten ihre Fasson. Wenn du keinen allzu großen Wert darauflegst, jeden Tag mit einer neuen Frisur aufzufallen – Herzlichen Glückwunsch! Aber sollte dir ein entsprechendes Styling doch wichtig sein, solltest du ein paar Dinge beachten. Eine Kunsthaarperücke zu färben, gelingt z. B. leider nicht immer. Aufgrund der künstlichen Haarfaser fällt das Ergebnis nämlich oft anders aus, als gewünscht. Auch in Sachen Pflege lohnt sich der Gang in den Fachhandel. Ein günstiges Haarspray aus der Drogerie z. B. enthält oft viel Alkohol, der die Struktur austrocknet.

Was das Frisieren angeht, ähneln sich beide Varianten zum Glück aber wieder sehr stark. Auch synthetische Perücken können hochgesteckt, geflochten oder schonend gelockt werden.

Ist eine Kunsthaarperücke als Zweithaar geeignet?

Wie pflege ich eine Perücke?

Wenn du viel Wert auf ein gutes Styling legst, kommt sicher auch das ein oder andere Mal Haarspray, Gel etc. zum Einsatz. Das ist völlig okay, wenn diese Produkte irgendwann wieder ausgewaschen werden. Aber selbst ohne den Einsatz dieser kleinen Styling – Helfer ist die richtige Pflege ein Muss. Nur so hast du lange Freude an deiner Perücke. Wie das geht? Wir verraten es dir:

Waschen: Je nach Trageintensität sollte eine Perücke regelmäßig im Abstand von 1 – 2 Wochen gewaschen werden. Dafür lauwarmes Wasser mit einer haselnussgroßen Menge Shampoo in einen Behälter geben. Beachte bitte: Für Echthaarperücken ist ein feuchtigkeitsbindendes Produkt bzw. eine Kur am besten geeignet. Anschließend in Wuchsrichtung langsam durch das Wasser ziehen. Dabei auf keinen Fall wringen!

Trocknen: Wie bereits erwähnt, vertragen Kunsthaarperücken keine allzu große Hitze. Daher bietet sich ein spezieller Kopf an, auf dem die Haare getrocknet werden können. Das hat außerdem den Vorteil, dass das Zweithaar immer wieder in die richtige Form zurückfindet. Hast du dich für eine Echthaarperücke entschieden, kannst du ruhig mit dem Fön trocknen. Dabei lässt sich bei Bedarf auch schon eine neue Frisur kreieren.

Bürsten/ Stylen: Bei langhaarigen Perücken wird empfohlen, in den Spitzen anzufangen und sich dann langsam bis zum Ansatz durchzuarbeiten. Das gelingt am besten mit einem Kamm, der grobe Zinken hat. Diese verhindern eine statische Aufladung.
Lockige Perücken sind etwas problematischer. Versuche bitte nicht, sie mit handelsüblichen Bürsten zu kämmen. Stattdessen kannst du solche Modelle ganz einfach mit den Fingern in Form bringen.

Welche Stylings sind angesagt?

Das beste Hairstyling für mein ZweithaarÜber Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Trotzdem gibt es einige Frisuren, die nie aus der Mode kommen und auch dieses Jahr wieder sehr angesagt sind:

Mittellange Perücke: Bei diesen Modellen sieht ein gerader Bob besonders edel aus. Aber auch ein glatter Ansatz mit Wellen im unteren Drittel verleihen der Frisur etwas ganz Besonderes. Wenn du es etwas frecher magst, lass dir einen fransigen Bob mit extra langem Pony schneiden.

Perücke mit kurzen Haaren: Ganz Mutige können für ihr Zweithaar sich an dem “Sleek Look” probieren. Besonders lässig: Haare mit etwas Gel “verwuscheln” und ein paar Strähnen vor die Ohren frisieren.

Perücke mit langen Haaren: Sanfte Wellen wirken verspielt und romantisch. Etwas wilder wird es mit dem “undone – Look”: Dafür die Haare über Kopf mit etwas Gel kneten.

Farben: Sehr angesagt sind aktuell kalte Blondtöne, die gern gemixt werden können. Das verleiht der Perücke ein interessantes Farbspiel und lenkt außerdem gekonnt vom Ansatz ab.

Was musst du bei Deinem Zweithaar noch beachten?

Damit du dich wirklich wohl fühlst mit einer Perücke, überlege dir im Vorfeld genau, was zu dir passt. Je weiter weg das Zweithaar von deinem eigentlichen Typ ist, desto auffälliger ist es leider auch. Wenn du experimentierfreudig bist – gut so! Aber erkundige dich am besten immer vorher beim Friseur deines Vertrauens, was mit deiner Perücke möglich ist und was nicht. Ein Zurück gibt es nämlich leider nicht immer…

Die Frage nach Echthaar oder synthetischen Fasern ist eine Frage deines Budgets. Und natürlich auch der Tragedauer. Wenn du aufgrund einer Krankheit täglich auf eine Perücke angewiesen bist, setze auf Qualität. Auch wenn Echthaarperücken deutlich teurer sind – die Anschaffung lohnt sich meistens! Oft unterstützen die Krankenkassen solche Fälle auch entsprechend.

Ansonsten gilt: “Life isn`t perfect but your hair can be!”

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